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28 Aug
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Christian Soyk hat Flugzeuge von kleinauf  begeistert. Der Luftfahrtingenieur hat die digitale Plattform skailark entwickelt, die so ziemlich alles an Daten erhebt, was mit Fliegen zu tun hat. Seine Modellierungen berechnen und antizipieren Kosten, CO2-Emissionen und Nachfrage - über die gesamte Branche hinweg. Mit dem Modell hätte wohl kaum jemand den doppelstöckige Riesenflieger Airbus A380 gekauft, kommt das Drehkreuzkonzept aus der Mode und geht der Trend zu Direktflügen mit kleineren Flugzeugen, die auf Langstrecke fliegen. Das Konzept schafft Transparenz für strategische Entscheidungen von Fluggesellschaften, was bitter nötig ist, weil sie vor enormen Umbrüchen stehen. Die US-Airline Jetblue ist mit Gründung von skailark erster Kunde. Auch einer der größten Logitikkonzerne der Welt kooperiert mit dem Start-Up.

28. August 2022 - Von Rüdiger Köhn, München

„Es wird nie wieder so werden wie vor 2019“. Für Christian Soyk sind die Umbrüche in der Luftfahrt aber nicht erst seit Corona wahrzunehmen. Die Pandemie hat die Disruptionen in der Welt der Fluggesellschaften nur noch deutlicher zu Tage gebracht. „Das Problem der Branche ist, dass die Nachfrage unheimlich volatil geworden, das Angebot aber recht statisch ist.“ Mit anderen Worten: Nur mit erheblichen Verzögerungen können sich die Airlines mit ihren Kapzitäten den Bedürfnissen von Geschäftsreisenden und Touristen anpassen.

          Christian Soyk                                                                                                    Foto Rüdiger Köhn

Luftfahrt-Ingenieur Soyk, bis vor mehr als einem Jahr Unternehmensberater bei Bain & Company, hat die Datenplattform skailark aviation intelligence gegründet. Er nimmt mit seinen Aussagen keinen Bezug auf das Sommer-Chaos im Flugverkehr. Das seien wegen der unvorhersehbaren, mit Wucht zurückgekehrten Nachfrage tatsächlich eine besondere Situation und eine enorme operative Herausforderung für die Branche. Was der Experte vielmehr meint: Jahrzehntelang geltende Muster in der Industrie funktionieren nicht mehr. Mit „eher rudimentären Modellen“ hätten Airlines Marktprognosen erstellt und darauf basierend Entscheidungen getroffen; hier ein paar Prozent Wachstum im Jahr mehr - je nach Konjunkturlage, da Anpassungen am weitgehend feststehenden Streckennetz mit neuen attraktiv erscheinenden Flugverbindungen oder Streichen von ein paar weniger gefragten Destinationen im Flugplan.

Das kann nicht mehr funktionieren. Die Diskrepanz zwischen der sich immer schneller verändernden Nachfrage und dem wenig flexiblen Angebot nimmt zu. Das hat nicht die Pandemie verursacht, sie hat das Problem aber offensichtlicher gemacht. Lukrative Geschäftsreisen werden durch Videocalls ersetzt. Touristen stillen wieder ihr Fernweh, agieren aber kurzfrisiger, sind die Zeiten der Billgstflüge mit einem 10-Euro-Ticket endgültig vorbei. Und immer mehr rückt der Klimaschutz in den Vordergrund, wird CO2-Emission zu einem drängenden und kostentreibenden Thema.

360-Grad-Blick auf eine komplexe Branche

„Da kommen wir ins Spiel“, sagt Soyk (34), der mit der Entwicklung seiner Plattform im Frühjahr 2021 begonnen hatte, um der Airline-Branche ein digitales, intelligentes Analyseinstrument für Kosten, Nachfrage und CO2-Emissonen anzubieten. Gründerdasein gehört zur Familie. Sein Bruder Sascha Soyk (36) ist kurz vor ihm zum Start-Upper geworden (siehe „GovRadar: Ein paar Klicks gegen die Verschwendung in der Bundeswehr“ vom 30. Mai 2022 https://www.passion4tech.de/blog/govradar-ein-paar-klicks-gegen-die-verschwendung-in-der-bundeswehr); jedoch mit einem ganz anderen Geschäftsmodell (siehe „Zwei Brüder - zwei Start-Ups").

„Wir sind ein Werkzeug, mit dem die hohe Komplexität in der Luftfahrt abgebildet werden soll, der Markt transparenter wird, die einzelnen Anbieter einen tieferen Einblick auch in den Wettbewerb erhalten“, sagt der jüngere Bruder Christian. „Wir sind der digitale Zwilling der Luftfahrt-Industrie, am Ende können wir alle Faktoren abbilden, die unter kommerziellen Gesichtspunkten relevant sind.“ Das sei ein 360-Grad-Blick auf die Branche. skailark könne so für Fluggesellschaften und für Märkte zukünftige Entwicklungen modellieren.

          Erstkunde Jetblue aus den USA                                                            Foto und Titelfoto Jetblue

Soyk hat das Unternehmen am 1. April dieses Jahres gegründet, mit dem ersten wichtigen und zahlenden Kunden, den er gewinnen konnte und mit dem er in der Entwicklunsphase bereits seit Herbst 2021 zusammengearbeitet hat: die US-amerikanische Fluggesellschaft Jetblue Airways, ein „Value Carrier“; also kein Billigflieger wie Rynair und auch kein traditioneller, etbalierter Full-Service-Anbieter wie Lufthansa, sondern eine Airline mit umfangreichen Netzwerk und vernünftigen Preis-Leistungsverhältnis, vergleichbar mit der Lufthansa-Tochter Eurowings. Jetblue ist ein wichtiger Sparringspartner, um die digitale Plattform zu optimieren und zu etablieren. Die Airline kann auch Türöffner für das Start-Up zu deren Partner sein, zu denen American Airlines, Air New Zealand, Emirates, Quatar Airways oder Aer Lingus gehören. Soyk hofft, schon bald mehr Kunden zu bekommen.

Kooperation mit globalen Logistik-Konzern

Gerade ist er von einem der größten Logistik-Dienstleiter der Welt angesprochen worden, der explizit die Datenbank aus dem CO2-Programm nutzen will. Das soll in den nächsten fünf Monaten in einer Versuchsphase umgesetzt werden. Um wen es sich handelt, sagt Soyk nicht. Nicht nur im Passagierverkehr wird Klimaschutz mit dem Kohlendioxid-Ausstoß pro Flug und Passagier zu einem relevanten Thema. Der grüne Fußabdruck spielt in der Logistik eine wachsende Rolle, da immer mehr Kunden von Speditionen oder auch Paketdiensten wie DHL oder UPS wissen wollen, wieviel CO2 der Transport kostet. Für die Beförderung von Gütern in der Luft gibt es das bislang nicht.

Neben Anaylsen für CO2-Emissionen bietet skailark eine umfassende Datenbank für Kostenpositionen und -kalkulationen der Fluggesellschaften an. In der Vorbereitung ist als dritte Säule eine Plattform für Markt- und Nachfragemodellierungen. Das System hilft, Entscheidungsprozesse in einem schwieriger werdenden Umfeld schneller und flexibler umzusetzen. Es lässt interessante Einblicke zu. „Auf Basis unserer Daten sollte der Airbus A380 nicht gekauft werden“, sagt Soyk. In diese Betrachtung bezieht er den Jumbojet B747 von Boeing ein, wie alle Flugzeuge mit vier Triebwerken. Der A380 kann allein mit hohen Passagierkapazitäten und damit verbundenen Skaleneffekten nicht wirtschaftlich betrieben werden, was Airbus hoffte. Zu hoch ist der Treibstoffverbrauch, einem der größten Kostenblöcke. Pro Passagier und Sitzplatz verbraucht ein kleineres Flugzeug mit nur einem Gang (Narrow Body) gegenüber dem Flugzeug-Riesen auf vergleichbaren Strecke und mit gleicher Sitzkonfiguration (Sitzdichte) nach Soyks Berechnungen etwa 20 Prozent weniger. Damit ist auch der CO2-Ausstoß entsprechend geringer. Das an sich ist keine neue Erkenntnis. Die Produktionen des A380 wie der Boeing 747 laufen schließlich wegen mangelnder Nachfrage der Airlines aus.

          Kostenkalkulation                                                                                                   Quelle skailark

Mit der skailark-Plattform ist jedoch eine detaillierte Analyse möglich, die - hätte es sie viele Jahre früher gegeben - das Interesse der A380-Kunden hätte relativieren können. Die Analysen ermöglichen Vergleiche mit anderen Flugzeug-Modellen, mit Streckennetzen anderer Airlines sowie mit Marktdaten, die den Entscheidungshorizont deutlich erweitern. Dazu gehört der Blick auf die ungünstigere Passagierstruktur eines A380 mit einem hohen Anteil von Umsteigern, die mit anders kalkulierten Ticketpreisen weniger lukrativ sind als Direktflieger. Damit tritt zum Vorschein, dass die Bedeutung der Drehkreuz-Konzepte von Full-Service-Airlines mit Zubringerflügen verliert, die Konkurrenz mit Direktflügen etwa der Value Carrier mit kleineren Flugzeugen drückender wird. Damit sei man wesentlich flexibler in der Planung des Streckennetzes als in einem dicht miteinander verwobenen Hub-Konzept, sagt Soyk. „Mit Punkt-zu-Punkt-Flügen kann man besser auf die Nachfrage reagieren, lassen sich Ticketpreise optimaler setzen.“

Mehr kleinere Flugzeuge auf Langstrecke

Mit der notwendigen Flexibilisierung einher geht - weitere Schlussfolgerung von skailark - die Tendenz zum verstärkten Einsatz von Narrow-Body-Flugzeugen, also kleinere Maschinen mit einem Gang. Die sind im Betrieb erheblich kostengünstiger, aber auch in Anschaffung und Finanzierung. Erstkunde Jetblue hat damit begonnen, mit derartigen Flugzeugen Transatlantik-Routen von der Ostküste der USA nach Europa zu bedienen. Damit fliegt sie pro Sitz günstiger. Gegenüber großen Langstrecken-Flugzeugen mit zwei Gängen (Wide-Bodies) spart das 15 bis 20 Prozent Treibstoff, damit auch CO2-Emissionen. Daher entwickeln Flugzeughersteller Airbus und Boeing Narrow-Body-Flugzeuge in XL-Version. Airbus steht unmittelbar davor, auf Basis seiner A320-Familie die Langversion A321XLR auf den Markt zu bringen; mit 180 bis 200 Passagieren und einer Reichweite von 8700 Kilometer. Im Juni ist der Erstflug der Maschine mit Langsteckenqualitäten erfolgt. Immer mehr Fluggesellschaften ordern schon die bereits angebotene Version A321LR mit einer Reichweite von 7400 Kilometer. Der amerikanische Konkurrent Boeing verfolgt mit neuen Langstrecken-Auslegungen der B737Max die gleiche Strategie.

          CO2-Berechnungen                                                                                          Quelle skailark

„Competitive Intelligence“ nennt Christian Soyk das, was sein Unternehmen macht; die Ermittlung von Daten über Unternehmen außerhalb des eigenen Universums. Es geht einerseits um die Aggregation erfasster Daten aus verschiedenen Quellen, die entweder von professionellen Datenbanken eingekauft werden oder öffentlich zugänglich sind, vom internationalen Luftfahrtverband IATA, von Flughafen-Vereinigungen, Satellitendaten-Anbietern, Triebwerksherstellern oder auch dem US-Transportministerium Department of Transportation. Big Data in der Luft: Treibstoffverbrauch und -kosten, Emissionen, Betriebszeiten der Flugzeuge und Stillstand am Boden, Zahl der Piloten und Crew Mitglieder für einen Einsatz, jeder Flug, jede Flugstunde, jeder besetzte und unbesetzte Sitzplatz finden sich in Soyks System; ebenso Registrierung, Modelle, Alter, Größe, Leistung bis hin zur Finanzierung aller mehr als 50.000 in der Welt herumfliegenden Maschinen. Es werden Quartalberichte vieler der börsennotierten Airlines ausgewertet. In den Datensätzen befinden sich detaillierte Informationen über die mehr als 200 größten Fluggesellschaften, ihren Flugpark und sämtliche Triebwerke im Betrieb.

Mit Künstlicher Intelligenz und Machine Learing analysiert skailark den Datenfundus, erfolgen daraus Modellierungen und Vorhersagen. Kosten für alle Flüge, je Flugstunde, je Passagierkilometer oder -sitz sind so für die meisten Fluggesellschaften erfasst und machen einen Wettbewerbsvergleich möglich. Bei den Modellierungen handelt es sich um Annäherungen und Schätzungen, für deren Zuverlässigkeit Algorithmen zu sorgen haben. „Eine solche Detailtiefe wird sonst nicht geboten."

Airlines nutzen Daten auch intern

Eines hat Experte Christian Soyk unterschätzt. Die angebotenen Informationen werden nach bisherigen Erkenntnissen nicht allein für externe Sichtweisen genutzt, sondern auch für interne Prozesse. Eigentlich sollte man denken, dass im eigenen Unternehmen umfassende und verlässliche Daten vorliegen. Das jedoch scheint nicht der Fall zu sein. Denn nicht alle Abteilungen in einem Unternehmen (von der Technik über den operativen Betrieb bis hin zum Einnahmenmanagement) hätten Zugriff auf alle Daten, fasst Soyk seine Beobachtungen zusammen. 

Wie dringend Informationen benötigt werden, wird mit dem Blick auf den größten Einzelmarkt - den Vereinigten Staaten - erkennbar. Die Dynamik in dem im Vergleich zu Europa sehr liberalisierten Markt mit sich ständig ändernden Anbietern und Flugrouten macht eine digitale Plattform sinvoll. Die USA gilt als Vorreiter. Detaillierte Einblicke und Erfahrungen in dem Markt dort haben wesentlich mehr Wert als in Europa mit seinen dominierenden Airlines wie Lufthansa (Swiss, Austrian Airlines, Brussels, Eurowings), IAG (British Airways, Iberia) oder Air France/KLM. Schon deshalb ist es für Soyk ein großer Erfolg, in Jetblue einen namhaften Kunden auf dem US-Markt gewonnen zu haben.

Die Luftfahrt war es, die in den Sechzigern des vergangenen Jahrhunderts technologisch fortschrittlich war, im Vergleich zu anderen Branchen damals schon wichtige Markt- und Kundendaten erfasste, das erste Computer-Reservierungssystem mit automatischen Buchungen entwickelte und gar in Echtzeit Sitzplatz-Verfügbarkeiten anzeigen konnte. Das war lange vor der Zeit der Digitalisierung, die in der Branche heute noch nicht richtig angekommen zu sein scheint - was bitter nötig ist. Daten seien das Herz einer Fluggesellschaft, sagt Christian Soyk. „Aber nicht alle Daten erreichen die Entscheidungsträger; oder noch schlimmer; sie werden als Grundlage für Entscheidungen falsch interpretiert.“ Vielleicht liegt darin doch ein Teil der Erklärung für das Chaos in der Luft und am Boden in diesem Sommer.

https://skailark.com

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Zwei Brüder, zwei Start-Ups: Christian und Sascha Soyk 

Chistian Soyk (34) hat seinem zwei Jahre älteren Bruder Sascha etwas voraus: Lange schon hat er sich mit dem Gedanken getragen, unter die Gründer zu gehen. „Es ist immer eine große Lust gewesen, etwas eigenes zu machen.“ Es hat gedauert, bis aus dem „Bier-Deckel-Business-Plan“, den er als Unternehmensberater schon einmal erstellte, im Frühjahr 2021 ein konkretes Gründer-Projekt geworden ist, um im April dieses Jahres die Digital-Plattform skalilark aviation intelligence zu gründen. 

                                             Christian Soyk                              Foto Rüdiger Köhn

Sascha Soyk (36) hingegen hatte mit Gründertum eigentlich nichts am Hut. Getan hat er es trotzdem. Im Oktober 2021 schaltete er GovRadar scharf, eine digitale Beschaffungsplattform für öffentlich zu vergebende Aufträge von Städten, Kreisen, Gemeinden oder Bund. So unterschiedlich die Brüder ihre Wege beschritten, so sehr haben sie sich im Aufbau unterstützt und gegenseitig geprägt; wäre es womöglich ohne die Hilfe des anderen nicht zu den Projekten gekommen, wie sie heute bestehen. 

Christian Soyk hat eine Passion für das Fliegen schon von kleinauf gehabt. An der TU München studierte er konsequenterweise Luftfahrt- und Raumfahrt (Master of Science). Während des Studiums besuchte er Seminare am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einem gemeinsamen Forschungs- und Lehrinstitut von TUM und Ludwig-Maximilian-Unversität für Entrepreneurship. 2012 mit der CDTM fertig, wollte er am liebsten gleich nach Studiumabschluss 2014 ein Start-Up gründen „Ich muss aber erst einmal die Probleme kennenlernen, um sie lösen zu können“, lacht er. Es war der Einfluss des Bruders, dass er direkt nach dem Abschluss bei Bain & Company als Unternehmensberater - natürlich als Luftfahrt-Experte - anfing. 

                                             Sascha Soyk                                        Foto GovRadar

Sascha Soyk begann seine Karriere nach dem Studium der Betriebswirtschaft an der Frankfurt School of Finance & Management und an der Uni Mannheim bei der Unternehmensberatung Roland Berger, wo er vier Jahre lang Fachmann für Strategien und Restrukturierungen war.

Das Gründerthema hat Christian Soyk auch als Berater nie aus den Augen verloren. Ihm fiel auf, wie mit zum Teil rudimentären, wenig ins Detail gehenden Daten und Berechnungen Fluggesellschaften operierten und Entscheidungen treffen. Da könnte, da müsste man mehr machen, sagte er sich. Während der sieben Jahre bei Bain promovierte er zwei Jahre. Thema: Narrow-Body-Flugzeuge auf Langsteckenflügen. Die Ergebnisse daraus fließen gerade in den Aufbau der dritten Säule seiner Plattform „Nachfrage in der Luftfahrt“ (neben der Datenbank für Kostenstrukturen sowie für CO2-Emissionen) ein. „Ohne die Doktorarbeit hätte ich nur schwer die Modellierung dafür entwickeln können.“ 

Was Christian in der Vorgründungsphase trieb, hat ganz offensichtlich Sascha Soyk „angefixt“. Es war vor allem der Frust über das behäbige Beschaffungswesen der öffentlichen Hand, die ihn in die Eigenständigkeit getrieben haben. Er entwickelte im Gegensatz zu seinem Bruder schon früh die Nähe zur Bundeswehr, war in Bad Reichenhall bei den Gebirgsjägern und ist heute noch Kompaniechef eines Gebirgsjägerbatallions in Reserve. Sascha Soyk war beim Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, das sich mit Cyber-Sicherheit beschäftigte. Immer wieder sah er sich konfrontiert mit festgefahrenen Strukturen in den Behörden, mit Bremsern und Reformverweigerern. Nach nur einem Jahr beim US-amerikanischen Big-Data-Konzern Palantir, der unter anderem für staatliche Behörden große Datenmengen etwa im Kampf gegen Kriminalität auswertet, hörte er wieder auf. Palantir geriet mit seinem Geschäftsmodell insbesondere in Europa und in Deutschland immer wieder als amerikanische Unternehmen in die Kritik. Auch dort gestaltete sich der Job schwierig. Eine neue Stelle hatte er nicht. 

 „Wenn man seinen Traumjob nicht findet, sollte man ihn sich selber machen“, sprach er und bereitete 2019 seinen Weg in die Unabhängigkeit vor. Womit Christian Soyk ins Spiel kommt. Ohne ihn hätte der Bruder seinen Gründerpartner Daniel Schiessl (33) nicht gefunden. Der fing zunächst als Berater an und übernahm im Mai 2021 als Technologie-Vorstand bei GovRadar die Mitgründer-Rolle. Schiessl, Elektrotechniker der TU München, war auf der CDTM und liebäugelte mit der Eigenständigkeit. Es war dieses Netzwerk, über das Christian Soyk ihn und seinen Bruder Sascha „verkuppelt“ hat.

Damit blieb eine Rechnung offen, die nun beglichen ist. Christian Soyk, in den ersten Tagen des skailark-Projektes Einzelkämpfer, benötigte tatkräftige Unterstützung etwa im Bereich Finanzierung. Die fand er in Sebastian Weber (34), der assistiert, aber noch kein Co-Gründer ist. Weber ist ein idealer Partner, da er sich ebenfalls für die Luftfahrt begeistert. Der Absolvent im International Business hat gerade an der Uni Chemnitz seine Doktorarbeit über Kooperationen zwischen Flughäfen und Airlines abgeschlossen, ein Bereich der später einmal für skailark relevant werden könnte. Weber ist seit November 2021 „Head of Fundraising“. Dieses Mal hat Sascha Soyk den Kuppler gespielt. Er kennt Weber aus Zeiten als Unternehmensberater bei Roland Berger.

https://skailark.com

https://govradar.net

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