Die Ewigkeitschemikalie PFAS wird als Gesundheitsgefährder zunehmend zum Problem. Die Öffentlichkeit reagiert immer sensibler darauf. Jana Söffken, Donald Dibra und Nebosje Ilic haben das richtige Gespür gehabt. Als Gründer des Münchner Start-ups PFASuiki, gereift im Inkubator des japanischen Tech-Konzerns TDK, haben sie eine effektive, kostengünstige und vor allem umweltschonende Methode gefunden, diese renitenten chemischen Verbindungen - mehr als 10.000 davon gibt es - zu zerstören. Die Entwicklung ist aufwendig, am Ende aber deutlich vorteilhafter als das teure Filtern von kontaminierten Wasser mit Aktivkohle. Mülldeponien oder Kläranlagen haben das Problem, den Ewigkeitsdreck der Chemieindustrie und der Konsumenten zu beseitigen. In zwei bis drei Jahren will PFASuiki kommerziell starten. Dann gibt es vielleicht mit weniger PFAS mehr Suiki - japanisch für „klares Wasser".
Mehr lesenStudenten der TU München haben ein globales, schnelles, effektives und kostengünstiges Infrarot-Satelliten-System zur Waldbrand-Prävention und -Beobachtung aus dem All entwickelt. Ohne die Technologie des Münchner Start-ups OroraTech arbeiten etwa Feuerwehren in Kanada nicht mehr. Das Warn-, Analyse- und Prognose-Tool sieht mit Wärmebildern aus der Erdumlaufbahn großflächig das, was Rettungskräften allein schon wegen starker Rauchentwicklungen vorenthalten bleibt. In Zeiten des Klimawandels und dramatisch zunehmenden Waldbränden haben die Gründer einen Punkt. Parallel haben sie eine Satelliten-Plattform gebaut, die die geplanten eigenen 100 Flugkörper befördern, aber auch anderen Start-ups und Forschungseinrichtungen angeboten werden soll. Ende November 2025 ist GENA OT mit mehreren Missionen erfolgreich mit SpaceX in die Umlaufbahn gebracht worden, womit das NewSpace-Start-up einen wichtigen Meilenstein gesetzt hat. Nun hat OroraTech auch den Dual-Use-Einsatz mit Anwendungen in der Verteidigung und Sicherheit für sich entdeckt.
Mehr lesenVier Absolventen haben mit dem Start-up Zaitrus den direkten Weg von der Uni Bayreuth in die Selbständigkeit gewählt - und eine disruptive Analyse von Mikroplastik in Flüssigkeiten entwickelt. Vor Ort, nicht im Labor. Fortlaufend, nicht nur einmal am Tag, und das in Echtzeit. Schnell, zuverlässig, kostengünstig. Zaitrus kann Mikroplastik nicht beseitigen, aber dazu beitragen, die Gefahren rechtzeitig zu erkennen und so die immer ernster werdende Kontamination zu bekämpfen. Von Leitungswasser und Abwasser über Milch bis zu Bier, Mineralwasser oder Limonaden kann das System mit Sensoren Verunreinigungen detektieren. Für Städte und Kommunen mit ihren Kläranlagen sowie für private Unternehmen wie Lebensmittelhersteller bietet sich so ein effektiver Mechanismus zur Prävention und Qualitätssicherung, der vor Schäden schützen kann.
Mehr lesen„Wir denken Produkttests neu." Vier Studenten haben an der TU München in einem wissenschaftlichen Raketenprojekt Flugcomputer und das Testsystem entwickelt. Noch vor dem jetzt anstehenden Studienabschluss haben sie das Spin-off Duneo gegründet. Zur neuen, KI-gestützten Software gibt es eine eigens entwickelte kompakte Hardware, die aus drei kleinen Kästchen besteht. Das System ist so leistungsfähig, vielseitig einsetzbar, effektiv, schnell, zuverlässig und kostengünstiger als bestehende Technologien, dass es den Vergleich mit dem Mission Control Center der NASA nicht scheuen müsse - sagen die Gründer. Mit ihm können Produktentwicklungen deutlich verkürzt, Entwicklungskosten gespart werden. Anfang 2026 gehen sie in Vollzeit, hoffen 2027 auf den Marktstart. Die Piloten stehen im Herbst für Tests und Validierung bereit. Muss noch eine Finanzierung her: Die Gründer hoffen auf Fördermittel - und vielleicht auf Kooperationen mit der Industrie.
Mehr lesen