Zum ersten Mal wird in Europa eine autonom fliegende Drohne Ende des Jahres regelmäßig über der Stadt fliegen. Besser: über den Köpfen der Münchner. Maple Octave wird Labor- und Blutproben oder Medikamente vom und zum Uniklinikum Großhadern im kommerziellen Pendelverkehr transportieren. Anfang 2023 ist Maple Aviation gegründet worden. Nur zwei Jahre später hat das Münchner Start-up die erste europaweite Zulassung für eine Drohne erhalten, die dicht besiedelte Gebiete überfliegen darf. Die jahrelangen Erfahrungen des Gründers Christoph Busch als Chef-Tester des gefallenen Flugtaxi-Unternehmens Lilium haben bei den schnellen Fortschritten geholfen. Schon vor der Lilium- Pleite ist Busch unter die Start-up-Gründer gegangen. Kliniken haben händeringend auf ein Logistikkonzept gewartet, das er mit dem kleinen KI-gesteuerten eVTOL anbietet, um zuverlässig, sicher, schnell und staulos zeitkritische Medizingüter zu transportieren. Mit mehr als einem Dutzend Krankenhäusern und Labore gibt es Vorverträge. 2027 geht es für Busch richtig ab.
Mehr lesenHochleistungsnetze für Kommunikation, gigantische Daten- und Cloudspeicher, Forschungsmissionen, KI-gesteuerte Roboter-Produktion, Reentry-Service, Satelliten-Servicing. Das sind einige Anwendungen, die das Wiener Start-up und Deeptech Satellives mit seiner modularen, flexiblen und breit einsetzbaren Satelliten-Plattform im Weltall anbieten will. Gründerin Lilly Eichinger entwickelt eine Zwischenstation im Weltall, eine Art Hub oder Verbindung für die geplanten Missionen zum Mond und zum Mars. Sie weiß: Nicht alles kann von der Erde aus für die ambitionierten Expeditionen mit geplanten Ansiedlungen etwa auf dem Erdtrabanten Mond gestemmt werden. Die Tests für die Plattform beginnen im nächsten Jahr. 2029 sollen zwei Pilot-Satelliten mit konkreten Anwendungen ins All geschossen werden. Und es zeigt sich, dass die „Schlangensatelliten" zunächst durchaus auch irdische Probleme bewältigen sollen.
Mehr lesenDer Raumfahrt-Zulieferer DCUBED bereitet die Produktion im Weltall vor. Mit 3D-Druckern will das Münchner Newspace-Start-up dort Teile von Sonnensegeln und Antennen fertigen - und so teilhaben, den Weg für Missionen in die Tiefe des Weltraums mit Mondbasen oder gar Mars-Exkursionen zu bereiten. Das erfordert große Strukturen und Komponenten, die auf der Erde zwar hergestellt werden können, der Transport ins All jedoch enorm aufwendig ist und die Raumfahrt vor große wie kostspielige Herausforderungen stellt. Unternehmen, Forscher und Entwickler in Amerika, Europa oder Asien arbeiten am In-Space-Manufacturing. So auch DCUBED. Mit seinem Start-up hofft Gründer Thomas Sinn, zu den ersten zu gehören. Schon im nächsten Jahr kann es mit ersten Tests im Orbit ernst werden.
Mehr lesenDie Gründer von Vyoma erleben den ganz normalen Start-Up-Alltag. Nach zügigen Fortschritten in der Entwicklung eines satellitengestützen Vorwarnsystems für Schrott im Weltall kamen die Tücken in der konkreten Umsetzung, waren zeitraubende Konzept- und Design-Anpassungen erforderlich, entpuppte sich die Finanzierung wegen der verschlechterten Rahmenbedingungen für Risikokapital zäher als erwartet. Agilität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit hat Vyoma auf die Probe gestellt. Die ersten zwei von insgesamt zwölf Satelliten sind gebaut und werden für ihre Mission im All vorbereitet. Nun steht auch fest, wer sie ins All fliegt: SpaceX. Damit stehen die Zeitpläne - soweit die Gründer diese beeinflussen können. Ein Erfahrungsbericht.
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