TUM Hyperloop avanciert zum Forschungsprogramm


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22 Jul
22Jul

22. Juli 2020

Ohne Corona hätte es in den Juli-Tagen eine neue Runde um die Entwicklung eines Tunnel-Transportsystems mit Schallgeschwindigkeit in Los Angeles auf dem Werksgelände von Space X, dem Luft- und Raumfahrtunternehmen von Tesla-Gründer Elon Musk, gegeben. Und wie in den vergangenen drei Jahren hätte das Studenten- und Tüftlerteam der Technischen Universität München (TUM) wohl wieder die "Space X Hyperloop Pod Competition" in einer 1,25 Kilometer langen Röhre gewonnen. 2019 jedenfalls stellte es mit 482 Kilometern in der Stunde einen neuen Geschwindigkeitsrekord für die Kapsel einschließlich Antrieb auf.

               Simulationen  Next Prototypes


Die Studenten der TU München unterschiedlichster Fachrichtungen treten aber nicht in Kalifornien an, dafür aber in eine neue und konkrete Phase der Entwicklung eines Systems ein, das einmal Menschen in einer Kapsel (Pod) in Schallgeschwindigkeit über lange Entfernungen etwa in einer halben Stunde von München nach Berlin befördern könnte - sollte die Vision mal Realität werden. Ein angedachter Plan wird nun umgesetzt. Eine Kapsel in Originalgröße wird gebaut und durch eine 24 Meter lange Teströhre geführt werden. Das Forschungsprogramm läuft unter der Ägide der Universität. Es wird vom Freistaat Bayern unterstützt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte das Projekt "TUM Hyperloop" der Münchner Studenten in sein Luft- und Raumfahrtprogramm "Bavaria One" explizit aufgenommen. Jetzt haben sich die Studenten im Verein "Next Prototypes" zusammengeschlossen.

In einer ersten Phase, die über zwei Jahre läuft, stehen Systemanalysen, Machbarkeit und die Ermittlung des Marktpotentials in Europa im Mittelpunkt. Technologien wie Antrieb werden entwickelt und erprobt. Die Teströhre entsteht auf dem Gelände des Ludwig Bölkow Campus in Taufkirchen/Ottobrunn vor den Südtoren Münchens. Der "Demonstrator" wird so groß wie eine mögliche zukünftige Passagierkapsel und damit deutlich größer sein als die Kapseln, die bislang in Los Angeles zum Einsatz kamen. Der letzte Prototyp wog rund 70 Kilogramm. Das neue Testfahrzeug wird mehrere Tonnen wiegen. Die Teströhre soll inklusive Fundament etwa vier Meter hoch werden.

Update vom 8. Dezember 2020

Allerdings zögert sich die Umsetzung aufgrund der Corona hinaus. Florian Janke, einer der Projektleiter, sagte, dass die Pandemie das team doch stärker ausgebremst habe, als zunächst befürchtet. Derzeit arbeite es immer noch am Design des Pods, das professioneller aussieht als in den bisherigen Testversionen, die am Space-X-Wettbewerb teilnahmen. Man versuche, bis Ende 2021 den Prototyp und die Röhre fertig zu stellen.

Und "Next Prototypes" hegt den Plan, sich auf der Internationalen Atomobil Ausstellung IAA zu präsentieren, die im Herbst in München stattfinden soll - wenn eine länger andauernde Pandemie nicht noch einen Strich durch die Rechnung machen sollte.    

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